Kostenlose Schufa-Auskunft beantragen: So geht’s
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Die Schufa ist gerade in aller Munde und so mancher fragt sich, wie wohl der eigene Schufa-Eintrag aussieht? Wir erklären, wie man eine kostenlose Schufa-Auskunft beantragt, wie man den Schufa-Score verbessern kann und welche Änderungen es bei der Schufa 2025 gibt.
Inhalt
Was ist der Schufa-Score?
Der Schufa-Score ist eine Kennzahl, die die Kreditwürdigkeit (»Bonität«) einer Person widerspiegelt. Banken, Versicherungen, Telekommunikationsanbieter und andere Unternehmen nutzen diesen Score, um das Risiko eines Zahlungsausfalls abzuschätzen. Ein hoher Score bedeutet eine hohe Kreditwürdigkeit, während ein niedriger Score auf ein höheres Risiko hinweist.
Wie kann man den Schufa-Score kostenlos abfragen?
Auf der Internetseite der Schufa bekommt man auf den ersten Blick kostenpflichtige Abrufmöglichkeiten angeboten, entweder einen Einmal-Abruf oder sogar Abo-Modelle. In bestimmten Fällen sind diese Angebote sicher sinnvoll oder sogar erforderlich (Vermieter zum Beispiel möchten oft die Informationen aus der kostenpflichtigen Schufa-Abfrage vorgelegt bekommen).
Um sich einen Überblick über den eigenen Schufa-Score und bei der Schufa gespeicherten Daten zu erhalten, kann man aber auch einfach den Schufa-Eintrag kostenlos einsehen. Diese sogenannten »Schufa-Basisscore« kann man jedes Quartal neu anfragen.
Es gibt zwei Möglichkeiten, beide sind gratis:
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Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO (Datenschutz-Grundverordnung): Auskunft darüber, welche Daten gespeichert sind, woher diese stammen und an wen sie weitergeleitet wurden.
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SCHUFA-Basisscore: Übersicht zu Zahlungsausfällen, Tipps und Hinweise zur Verbesserung von Bonität und Finanzen.
Warum ist der Schufa-Eintrag wichtig?
Die Schufa-Daten geben Auskunft über die Kreditwürdigkeit einer Person. Banken und andere Kreditgeber nutzen diesen Score (»Bonitätsauskunft«), um das Risiko eines Zahlungsausfalls abzuschätzen – ein hoher Score signalisiert eine hohe Kreditwürdigkeit, was die Chancen erhöht, einen Kredit zu günstigen Konditionen zu erhalten.
Auch viele Unternehmen, zum Beispiel Telekommunikationsanbieter, Energieversorger und Vermieter, greifen auf den Schufa-Score zurück, um die Zahlungsfähigkeit potenzieller Kunden zu bewerten: Ein guter Score kann daher entscheidend sein, um Verträge abschließen zu können.
Ein hoher Schufa-Score kann sogar dazu führen, dass man Kredite zu niedrigeren Zinssätzen erhält. Denn Kreditgeber sehen in einem hohen Score ein geringeres Risiko und sind daher bereit, günstigere Konditionen anzubieten.
Ein niedriger Schufa-Score kann also zu Schwierigkeiten führen, wie zum Beispiel höhere Zinsen, abgelehnte Kreditanträge oder Probleme beim Abschluss von Verträgen.
Schufa-Score Tabelle
Der Schufa-Score wird in verschiedene Abstufungen unterteilt, die das Risiko eines Zahlungsausfalls widerspiegeln.
Neben dem hier gezeigten Basisscore gibt es auch Branchenscores, die speziell auf die Bedürfnisse einzelner Branchen zugeschnitten sind, zum Beispiel für Banken, Online-Shopping oder Handy-Verträge.
Schufa-Basisscore-Tabelle
> 97,5 % |
Sehr geringes Risiko |
95 % – 97,5 % |
Geringes bis überschaubares Risiko |
90 % – 95 % |
Zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko |
80 % – 90 % |
Deutlich erhöhtes bis hohes Risiko |
50 % – 80 % |
Sehr hohes Risiko |
< 50 % |
Sehr kritisches Risiko |
Bedeutung der Abstufungen:
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Sehr geringes Risiko (> 97,5%): Verbraucher mit einem sehr hohen Score haben eine ausgezeichnete Kreditwürdigkeit und ein sehr geringes Risiko für Zahlungsausfälle.
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Geringes bis überschaubares Risiko (95% – 97,5%): Diese Verbraucher haben eine gute Kreditwürdigkeit und ein geringes Risiko für Zahlungsausfälle.
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Zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko (90% – 95%): Hier besteht ein moderates Risiko für Zahlungsausfälle, die Kreditwürdigkeit ist zufriedenstellend.
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Deutlich erhöhtes bis hohes Risiko (80% – 90%): Verbraucher in diesem Bereich haben ein hohes Risiko für Zahlungsausfälle und eine eingeschränkte Kreditwürdigkeit.
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Sehr hohes Risiko (50% – 80%): Ein sehr hohes Risiko für Zahlungsausfälle, die Kreditwürdigkeit ist stark eingeschränkt.
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Sehr kritisches Risiko (< 50%): Verbraucher mit einem sehr niedrigen Score haben ein extrem hohes Risiko für Zahlungsausfälle und eine sehr schlechte Kreditwürdigkeit.
100 % Schufa-Score kann man nicht erreichen, denn ein Zahlungsausfall lässt sich statistisch nie zu 100 % ausschließen.
Wie kann man den Schufa-Score verbessern?
Zunächst einmal sollte man regelmäßig seinen Schufa-Score anfordern, um sicherzustellen, dass alle Informationen korrekt und aktuell sind. Falsche oder veraltete Einträge kann man korrigieren oder löschen lassen.
Schufa-Score verbessern: 5 Tipps
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Rechnungen und Kreditraten pünktlich bezahlen. Zahlungsausfälle und Mahnungen wirken sich negativ auf den Score aus.
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Offene Forderungen so schnell wie möglich begleichen. Und ergänzend dazu: Auch wenn eine Forderung beglichen ist, kann es sinnvoll sein, sicherzustellen, dass dies auch bei der Schufa vermerkt wird.
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Anzahl der Girokonten und Kreditkarten minimieren. Zu viele Konten und Karten können sich negativ auf deinen Score auswirken.
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Häufiger Kreditanfragen vermeiden. Mehrere Anfragen innerhalb kurzer Zeit können als negatives Signal gewertet werden.
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Viele kleine Kredite vermeiden. Lieber einen Kredit über 10.000 Euro aufnehmen als vier Kredite über 2.500 Euro.
Langfristige und stabile Geschäftsbeziehungen, wie ein langjähriges Girokonto oder eine Kreditkarte, wirken sich positiv auf deinen Score aus.
Schufa 2025: Was ändert sich?
Die Schufa plant für 2025 eine umfassende Transparenzoffensive. Ab Herbst 2025 soll ein neuer Schufa-Score verfügbar sein, der Verbrauchern mehr Einblick in ihre Bonitätsbewertung gewährt. Doch was genau ändert sich und welche Vorteile bringt der neue Score?
Schufa-Änderungen 2025: Überblick
Die Schufa hat zwölf Kriterien identifiziert, die künftig in die Berechnung des Scores einfließen. Diese Kriterien sollen verständlicher und verlässlicher sein als die bisher genutzten über 250 möglichen Faktoren.
Die neuen Schufa-Kriterien sind:
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Alter der ältesten Kreditkarte
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Alter der aktuellen Adresse
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Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den letzten zwölf Monaten
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Kredit mit der längsten Restlaufzeit
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Anzahl von Anfragen im Bereich Telekommunikation und Online-Handel in den letzten zwölf Monaten
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Alter des ältesten Bankvertrags
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Immobilienkredit oder Bürgschaft
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Aufgenommene Ratenkredite in den letzten zwölf Monaten
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Kreditstatus
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Vorliegen einer Identitätsprüfung
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Jüngster Rahmenkredit
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Zahlungsstörungen
Wie wird der neue Schufa-Score berechnet?
Jedes der zwölf Kriterien wird unterschiedlich gewichtet und in Punkten dargestellt. Je höher die Punktezahl, desto besser die Kreditwürdigkeit.
Verbraucher sollen künftig nachvollziehen können, welche Kriterien ihren persönlichen Score beeinflussen und wie sich Änderungen in ihrem Finanzverhalten auf den Score auswirken.
Über eine App oder online soll man auf die eigenen Schufa-Daten zugreifen und sehen können, wie sich der Score zusammensetzt. So kann man dann durch ein gezielt geändertes Verhalten den Score positiv beeinflussen.
Die Änderungen sollen ab dem vierten Quartal dieses Jahres verfügbar sein.
Warum gibt es die Schufa-Änderungen 2025?
Die Transparenzoffensive der Schufa hat mehrere Gründe:
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Die Konsumgewohnheiten haben sich geändert: Es werden mehr Kleinkredite abgeschlossen und Verbraucher wechseln häufiger ihre Bank.
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Die Änderungen sind auch eine Reaktion auf Forderungen von Verbraucherschützern.
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Außerdem hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Februar 2025 entschieden, dass Verbraucher das Recht haben, zu erfahren, wie ihre Kreditwürdigkeit berechnet wird.
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(MB)